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2014
Das Ende des Privatlebens?

Die Grenze von privat und öffentlich verschwindet immer mehr. Fast täglich erhalten wir neue Informationen darüber, was mit unseren Daten getan wird, die wir bewusst und unbewusst elektronisch hinterlassen. Jene werden auf verschiedenste Weise kombiniert und von unterschiedlichsten Institutionen und Organisationen verwendet. Auf der anderen Seite drängen uns Bekannte, Unbekannte und Personen, die berühmt werden wollen, ohne Not Details ihres Privatlebens auf und lassen uns rund um die Uhr wissen, was sie gerade treiben.

Der Betrachter wird zum Betrachteten. Neue Kommunikationstechnologien ermöglichen es, zeitgleich verschiedene Geschehnisse auf der Welt mitzuerleben, mit dem Nebeneffekt, dass man aber auch mitbekommen kann, was wir selbst gerade tun. Die Auswirkungen dieser globalen Informationsgesellschaft, die wir in dieser Weise noch nicht gekannt haben, sind noch nicht absehbar. 

Bewegen wir uns in Richtung auf den gläsernen Menschen zu oder ist dies nur eine vorübergehende Erscheinung?

Das Internet und die neuen Telekommunikationstechnologien haben grosse Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die wachsenden Möglichkeiten, mit vielen Menschen gleichzeitig zu kommunizieren, diese Daten wiederum zu sammeln und zu kombinieren führen dazu, dass ein immenses globales Gedächtnis entsteht. Die Beweggründe für diese Sammelleidenschaften sind dabei sehr unterschiedlich und reichen von sicherheitspolitischen Überlegungen, über das Zugänglichmachen von Informationen, bis hin zu handfesten kommerziellen Interessen, zur Beeinflussung von gesellschaftlichen Entwicklungen, zu Wirtschafts- und Industriespionage, Terrorbekämpfung und Kriegsführung.

Wer kontrolliert diese Entwicklung, lässt sie sich überhaupt noch steuern und wie verträgt sie sich mit unserem demokratischen Verständnis und der westlich, freiheitlich orientierten Lebensweise?

Der Drang zur Selbstdarstellung, sei es in neuen sozialen Medien, aber auch in klassischen elektronischen Medien wie dem Fernsehen, steht im Focus des zweiten Abends. Der Ausspruch von Andy Warhol aus dem Jahr 1968 «In the future, everyone will be world-famous for ffteen minutes», ist so aktuell wie nie. Manche Menschen wer- den dadurch aber zu unfreiwilligen Selbstdarstellern und können dem sozialen Druck kaum ausweichen, wenn sie durch andere in die Öffentlichkeit gezerrt werden.

Die Lust an der Schadenfreude, am Tratsch und an der Gerüchteküche wird hier voll befriedigt.
Peinlich ist nur der andere. Wohin führen uns die sozialen Medien, wo sind ihre Grenzen?

Impressionen

Donnerstag, 15 Mai

Myriam Dunn Cavelty Dozentin am Center for Security Studies, ETH Zürich
Georg Gremmelspacher Medienanwalt, Dozent für Medienrecht u.a. am Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM in Winterthur
Hanspeter Thür Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter
Peter Regli ehem. Direktor des Schweizer Nachrichtendienstes

Freitag, 16. Mai

Gunvor Sängerin/Stepptänzerin/Songwriterin
Kurt Imhof Soziologe, Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich
Peter Rothenbühler Journalist, ehem. Chefredaktor Schweizer Illustrierte
Philippe Wampfler Lehrer, Kulturwissenschaftler und Experte für Lernen mit Neuen Medien

Modeartion Patrick Rohr