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2011
Was sind wir wert?

Im Europäischen Jahr der Freiwilligen setzen sich die Wenkenhofgespräche 2011 mit dem Themenkomplex «Geld, Selbstwert und Arbeit» auseinander und beleuchten verschiedene damit verbundene Aspekte.

Auf der einen Seite wird Erfolg nach wirtschaftlichen Kriterien bemessen und die Lebensplanung auf dieses Ziel ausgerichtet. Auf der anderen Seite drängt es viele Menschen nach einer sinnvollen Tätigkeit ohne Bezahlung, aus der sie Werte schöpfen, die mit Geld nicht aufzuwiegen sind. Diese freiwillige Arbeit nimmt einen immer grösseren Stellenwert ein, ohne die eine Vielzahl von Organisationen und Vereinen ihre Tätigkeiten überhaupt nicht mehr bewältigen könnte. Wird die Freiwilligenarbeit in der Gesellschaft der Zukunft zu einem festen Bestandteil unseres Lebens?

Wie bemisst sich der Wert eines Menschen? In unserer Gesellschaft spielt der Kurzschluss von Geld und Selbstwert eine grosse und dramatische Rolle. Exorbitante Summen für Spielertransfers, Menschenhandel und Billiglöhne sind nur Teilaspekte dieses Themas. Geld haben bedeutet Erfolg und Macht, aber auch Sicherheit und Selbständigkeit. Keines besitzen heisst Abhängigkeit und Verlust der Entscheidungsmöglichkeiten.

Parallel treten andere Werte in unserer Gesellschaft, wie Sozialkompetenz, Vernetzung aber auch das Engagement in der Gemeinschaft in den Vordergrund. Die beiden Wertsysteme prallen immer stärker aufeinander und lassen sich nicht miteinander verschmelzen. Woraus definiert sich der Wert des Menschen? Tatsächlich über das Geld – oder doch nicht? Die Wenkenhofgespräche 2011 möchten diesen Thesen und Gedanken nachgehen und stellen dieses gesellschaftspolitisch relevante Thema deshalb ins Zentrum ihres ersten Abends.

Freiwilligenarbeit wird zu einem immer wichtigeren gesellschaftspolitischen Thema. Auf der einen Seite macht sie zahlreiche Aktivitäten, wie zum Beispiel im Sport, der Kultur oder im gesellschaftlichen Leben überhaupt erst möglich. Auf der anderen Seite übernimmt sie aber auch Aufgaben, welche durch die Öffentliche Hand oder die Wirtschaft kaum mehr erbracht werden können, etwa im Gesundheits-und Sozialbereich. Die Wenkenhofgespräche loten aus, wo die Chancen und Grenzen der Freiwilligenarbeit bestehen, inwieweit sie öffentliche Funktionen übernehmen kann und soll und wo die Grenze zwischen professioneller, bezahlter und freiwilliger Arbeit liegt.

Impressionen

Donnerstag, 26. Mai

Thomas Borer Unternehmer
Jörn Klare Autor und Journalist
Lukas Kundert Münsterpfarrer und Kirchenratspräsident, Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt
Judith Stamm Präsidentin Gemeinnützige Gesellschaft (1998-2007) und des iyv-Forum, beteiligt bei der Lancierung des UNO-Jahres der Freiwilligen 2001

Freitag, 28. Mai

Annemarie Huber-Hotz Präsidentin Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft
Roland Jeanneret Journalist, ehemaliger Leiter Kommunikation und «Stimme der Glückskette», Kommunikationstrainer und Dozent an der Schweizer Journalistenschule MAZ inLuzern
Thomas Kessler Leiter Kantons-und Stadtentwicklung, Fachstelle Freiwilligenarbeit/Schappo, Kanton Basel-Stadt
Felix Rudolf von Rohr Kommissionsmitglied GGG Benevol in Basel
Benedikt Weibel ehemaliger SBB Chef und Delegierter des Bundesrates für die EURO 2008, Professor an der Universität Bern und Autor («Von der Schublade ins Hirn»)

Moderation Patrick Rohr